Warum geköhlte Eiche so witterungsbeständig ist
Diese Methode basiert auf der traditionellen japanischen Holzveredelungstechnik namens Yakisugi (im Westen oft auch als Shou Sugi Ban bezeichnet). Während das Verfahren historisch vor allem bei Nadelhölzern wie der japanischen Zeder angewendet wurde, lässt es sich auch perfekt auf heimische Harthölzer wie die Eiche übertragen.
Warum die Kombination aus Eiche und Abflammen so stark ist:
- Natürliche Härte der Eiche: Eichenholz gehört ohnehin zur Dauerhaftigkeitsklasse 2. Das bedeutet, das Kernholz besitzt von Natur aus eine sehr hohe Dichte und eingelagerte Gerbstoffe, die es äusserst resistent gegen Fäulnis und Pilze machen – selbst ohne jede Behandlung. [1, 2, 3]
- Der Karbonisierungs-Schutz: Durch das kontrollierte Abflammen (Köhlen) der Oberfläche zersetzen sich die im Holz enthaltenen Zuckerverbindungen (Zellulose) in der obersten Schicht und verkohlen. Dadurch wird Insekten, Pilzen und Mikroorganismen die Nährstoffgrundlage entzogen. [1]
- Schutz vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung: Die entstehende Karbonschicht schliesst die Poren des Holzes. Wasser kann kaum noch in das Holz eindringen. Zudem wirkt die tiefschwarze Ascheschicht wie ein natürlicher UV-Filter, sodass das Holz darunter nicht durch die Sonne zersetzt wird.
Wichtige Unterschiede bei der Verarbeitung im Aussenbereich:
Je nachdem, wie das abgeflammte Eichenholz final behandelt wird, unterscheidet man zwei Varianten:
- Variante 1: Gebürstet und geölt (Relief-Optik): Hierbei wird die lose Rußschicht nach dem Brennen mit einer Bürste abgetragen. Es bleibt eine wunderschöne, strukturierte Oberfläche zurück, bei der die härteren Jahresringe dunkel hervortreten. Für den Aussenbereich muss diese Variante zwingend mit einem wetterfesten Naturöl versiegelt werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
- Variante 2: Ungebürstet (Krokodilhaut-Optik): Die verkohlte Schicht bleibt komplett auf dem Holz. Dies bietet den absolut höchsten und wartungsärmsten Schutz gegen Witterung (oft für moderne Fassaden genutzt), färbt bei direktem Kontakt allerdings ab.
Was man beachten muss:
Eichenholz enthält viel Gerbsäure. Wenn geköhlte Eiche im Aussenbereich starkem Regen ausgesetzt ist, kann diese Säure in der Anfangszeit ausgewaschen werden. Dies kann zu dunklen Verfärbungen auf darunterliegenden Beton- oder Steinböden führen. Verwenden Sie zudem bei der Montage ausschliesslich Edelstahlschrauben, da die Gerbsäure der Eiche in Verbindung mit normalem Eisen sonst schwarze Flecken im Holz verursacht.